Ed Baird, Lugano (CH) (Photo credit: George Johns/Alinghi)
Während sich Alinghi im ersten Rennen des iShares Cup in Lugano auf den zweiten Platz vorarbeitete, wurde die Flotte plötzlich von einer heftigen Böe einer lokalen Sturmfront erfasst und das Schweizer Team kenterte. Hören Sie von Steuermann Ed Baird, was genau passierte und wie das Team morgen aufs Wasser zurückkehrt, um seine Lernerfahrung auf dem Weg zu einem 33. America’s Cup auf Mehrrümpfern fortzusetzen.
Interview mit Steuermann Ed Baird:
Was ist passiert – kannst du uns alles im Detail erklären?
„Wir segelten bei leichtem Wind, wir waren gut unterwegs und versuchten eben, uns vom dritten auf den zweiten Platz vorzuarbeiten. Auf dem Boot vor uns sah es so aus, als ob sich der Gennaker verfangen hätte, also standen die Chancen gut, dass wir sie bei der Marke überholen könnten. Unmittelbar nachdem wir die Luvtonne zum zweiten Mal gerundet hatten, zog eine Böe durch. Der Grossteil der Flotte war noch auf der Amwind-Strecke, als wir von den ersten heftigen Ausläufern der Böe erfasst wurden. Wir und Holmatro bekamen die gröbsten Windgeschwindigkeiten ab. Weil wir so nahe beieinander lagen, gab es für keinen von uns einen Fluchtweg; wir gingen beide hoch und tauchten mit der Nase ein. Sie konnten eine Kenterung irgendwie verhindern, wir leider nicht. Doch das gehört alles zur Lernerfahrung dazu – wir waren einfach zum falschen Zeitpunkt an der falschen Stelle. Wären wir noch auf der Amwind-Strecke gewesen, wäre nichts passiert, und ein wenig weiter unten auf der Vorwindstrecke hätte es ebenfalls anders ausgesehen.“
Alles passiert so schnell, von einer Minute zur anderen ist alles anders...
„Wir segelten bei überschaubaren 5 bis 7 Knoten Wind geradewegs in eine heftige Sturmböe. Diese eine Böe war um einiges extremer als all die anderen, die während des Tages mit der Sturmfront durchzogen. Es war schon eine Überraschung – vom Segeln direkt in eine Überlebensübung. Leider sind wir halt gekentert.
Wie geht die Crew mit einer Kenterung um – wie fühlt sich das an, wenn man an Bord ist?
„Ich denke, es ist auf jedem Boot in etwa das Gleiche. Wenn man von krassen Windgeschwindigkeiten erfasst wird, wirken zu grosse Kräfte – einige Boote reagieren darauf unempfindlicher als andere. Diese Boote hier sind extrem empfindlich. Diese Böe brachte zweimal so viel Windgeschwindigkeit wie wir sonst auf diesen Booten sehen. Alles passierte in zwei, drei Sekunden, deshalb hat man keine Zeit zu reagieren. Wir müssen hier sicherlich noch besser werden.“
Morgen geht’s wieder aufs Wasser – gibt es viel zu tun?
„Wir müssen den Mast auswechseln und dann sollten wir wieder bereit sein. Es gibt immer viele kleine Details, die repariert werden müssen. Ich denke, das Grosssegel blieb weit gehend unversehrt. Falls nicht, haben wir Ersatz dabei. Einer Rückkehr aufs Wasser sollte morgen also nichts im Wege stehen.“
Alinghi dankt dem OK und den anderen teilnehmenden Teams im iShares Cup für ihre Unterstützung auf dem Wasser und an Land.
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